Das Konvent von San Francesco, das auf den Kanal Bisatto blickt, ist eines der wichtigsten Ensembles in der Geschichte von Este. Es wurde im XIII. Jahrhundert von den Minoriten im Bereich der Kirche Santa Maria degli Angeli gegründet und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden religiösen und städtischen Zentrum, das bis zur Eingliederung der venezianischen Mauern erweitert wurde.
Im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut, erhielt das Ensemble sein monumentales Aussehen und ist durch die Beziehung zum Kanal, der über Jahrhunderte Anlegestellen und Aktivitäten im Zusammenhang mit der Navigation und dem Handel gewährleistete, tief mit dem Leben der Stadt verbunden.
Nach der Aufhebung der religiösen Orden in der napoleonischen Zeit wurde das Kloster in eine Kaserne, ein Gericht, ein Gefängnis, ein Kolleg und schließlich in eine Schule umgewandelt. Heute beherbergt es die I.I.S. Atestino und behält eine starke bildungsorientierte Ausrichtung. Die angegliederte Kirche, einst ein heiliger Ort und dann profaniert, wird heute als Schulturnhalle genutzt.
Das Ensemble bewahrt auch das Oratorium der Battuti, ein Zeugnis der mittelalterlichen Spiritualität und der städtischen Wohltätigkeitsarbeiten.
Architektonisch präsentiert das Kloster einen großen viereckigen Kreuzgang, einen der weitesten der Stadt, gekennzeichnet durch harmonische Bögen und wahrscheinlich Eingriffe aus der Scamozzi-Schule. In den 90er Jahren restauriert, zeigt es noch immer das Gleichgewicht zwischen Ziegel und Stein.
Vom religiösen Raum zum zivilen und kulturellen Zentrum erzählt das Konvent von San Francesco von Jahrhunderten der Transformationen und bleibt einer der symbolischsten Orte von Este.