Im Tourismuszentrum von Vo’, eingebettet in die Landschaft der Colli Euganei, stellt Villa Sceriman ein wichtiges Beispiel für eine venetianische Villa mit landwirtschaftlicher Ausrichtung dar, deren Ursprünge bereits im 15. Jahrhundert dokumentiert sind. Eine Karte aus dem Jahr 1427, die von der padovanischen Familie Santasofia in Auftrag gegeben wurde, belegt die Existenz eines ersten Siedlungskerns, der später in der Kartografie von 1521 erweitert wurde. Im Jahr 1613 wird das Anwesen als ein umfangreicher Komplex beschrieben, der das Herrenhaus, Ställe, Keller, Garten, Nutzgarten, Labyrinth, Hof und Innenhof umfasst, was die produktive und organisierte Funktion bestätigt.
Im Jahr 1759 ging das Eigentum an Maria Sceriman Corner über, die 1797 alleinige Eigentümerin wurde und das Anwesen auf etwa 3500 Hektar erweiterte. Aufgrund der Aufteilung des Landes blieb nur ein kleiner Teil mit der Villa verbunden, der hauptsächlich für den Weinbau bestimmt war. Im 20. Jahrhundert wurde der Komplex von der Familie Soranzo erworben, die wichtige Restaurierungen einleitete, dabei innere Fresken wiederentdeckte und die landwirtschaftlichen Gebäude für die Weinproduktion umwidmete.
Architektonisch zeichnet sich die Villa durch ihre Innenfassade aus, die von einem Säulenportikus auf einem Sockel dominiert wird, während die Außenseite eher dezent und schwer lesbar erscheint, wahrscheinlich wegen der ursprünglichen Form des Geländes. Der Komplex, eingebettet zwischen den Weinbergen, bewahrt bis heute seine landwirtschaftliche Bestimmung.
In den ehemaligen Stallungen wurde ein Verkostungsraum eingerichtet, in dem man Weine und typische Produkte der Colli Euganei probieren kann, wodurch die enogastronomische Tradition des Gebiets lebendig gehalten wird.