Im Herzen des Stadtteils Calaone, am Fuße der Euganeischen Hügel, steht die Kirche Santa Giustina, Jungfrau und Märtyrerin, einer der ältesten Kultorte des Gebiets Baone. Die ersten Belege für ihre Existenz stammen aus dem 12. Jahrhundert, als die Kirche eine Abhängigkeit der Pfarrei Este war und der Hauptanlaufpunkt für die kleine lokale Gemeinschaft darstellte. Ein Besuch des Bischofs im Jahr 1449 dokumentiert eine doppelte Widmung an die Heilige Giustina und den Heiligen Urban, ein Zeichen der spirituellen Bedeutung, die dieser Ort in der Region hatte.
Das heutige Gebäude wurde 1732 erbaut und später im 20. Jahrhundert restauriert, wobei es den einfachen und eleganten Charakter typischer venezianischer Landkirchen bewahrt hat. Die schlichte Fassade führt zu einem kleinen, anmutigen Innenraum, der mit Kunstwerken von erheblichem Wert geschmückt ist. Besonders hervorzuheben sind eine Skulptur der Heiligen Giustina aus dem 15. Jahrhundert und ein Gemälde der Anbetung der Magier, das dem venezianischen Maler Antonio Zanchi zugeschrieben und auf 1720 datiert ist.
Die Kirche fügt sich harmonisch in die Landschaft von Calaone ein, umgeben von Weinbergen, Olivenhainen und Wanderwegen, die durch die Euganeischen Hügel führen. Sie stellt bis heute ein identitätsstiftendes Symbol für die Gemeinschaft und einen Bezugspunkt für das religiöse Leben des Dorfes dar. Ihre jahrhundertealte Geschichte bezeugt die tiefe Verbindung zwischen Glaube, Kunst und Region und bewahrt das Gedächtnis von Generationen, die zur Erhaltung ihres kulturellen und spirituellen Wertes beigetragen haben.