In der wunderbaren Kulisse des Parco Frassanelle präsentiert Mauro Corona das Buch "Die Pfade der Kiefernadel".
In diesem leidenschaftlichen Apolog hegt der Schriftsteller die Widersprüche, die der Beziehung zwischen Mensch und Natur zugrunde liegen, mit dem Blick eines, der von den Bergen aus den Sturm vorausgesehen hat, aber auch den ersten Sonnenstrahl.
Die Leben der beiden Brüder, Protagonisten des neuen Romans von Mauro Corona, sind nicht nur unterschiedlich, sie sind unversöhnlich.
Aufgewachsen zwischen dem Atem des Waldes und dem strengen, kahlen Blick der Gipfel, haben der Junge und das Mädchen die Lehren des Großvaters, eines Bergbauern mit alter Weisheit, empfangen, der beiden den Respekt vor der Natur in all ihren Formen und den Wert der guten Anstrengung, die jeden erreichten Erfolg kostbar macht, vermitteln wollte. Und doch, jetzt wo sie erwachsen sind und jenen gemeinsamen Pfad hinter sich gelassen haben, haben beide unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Sie, die den wissenschaftlichen Studien die von den Alten des Heimatdorfs bewahrten natürlichen Heilmittel zur Seite gestellt hat, hat den Schutz der Umwelt an erste Stelle gesetzt und eine pure und unerschütterliche ökologistische Sensibilität entwickelt. Er, der sich stets über die Warnungen des Großvaters lustig gemacht hat, hat sich weniger edle Ziele gesetzt und aus seinem tiefen Wissen über Bäume eine Einnahmequelle gemacht. So ist für die Schwester das Abholzen eines Waldes eine unverzeihliche Beleidigung und eine dumme Selbstverurteilung für den Menschen, für ihn hingegen ist es die normale Folge des Fortschritts, die Frucht der unaufhaltsamen Evolution, die den Menschen und seine Bedürfnisse ins Zentrum stellt. Zurückgezogen in seinem Bau, umgeben von Büchern und Skulpturen, die ihm Gesellschaft leisten, jetzt da die Müdigkeit ihn von den Höhen entfernt hat, beobachtet der Alte diese neue, etwas verlorene Generation mit Besorgnis, aber auch mit der Wohlwollen eines, der glaubt, dass, wenn die Wurzeln gut sind, nicht alles verloren ist. Mauro Corona versteht es, sowohl Sänger einer Vergangenheit zu sein, die sich verliert, als auch Wächter einer Zukunft voller Ungewissheiten.