Im 16. Jahrhundert beginnen die venezianischen Patrizier, Este als Ferienort zu wählen, und in der Via Garibaldi entsteht die Villa Sartori Borotto, ein elegantes Gebäude aus dem 17. Jahrhundert in der Nähe des Doms. Trotz Erweiterungen und Umgestaltungen bewahrt sie bis heute einen seltenen historischen Garten im Stadtzentrum, einen authentischen grünen Ort, der in der Zeit schwebt.
Das Gebäude folgt dem typischen Schema der venetischen Villa: ein durchgehender zentraler Saal, symmetrische Räume und ein später hinzugefügter “L”-förmiger Bau, der die ursprüngliche Komposition leicht verändert. Das Innere bewahrt eine schlichte Eleganz, während der Garten im Freien das wahre Herz des Anwesens darstellt, ein stiller und kontemplativer Ort, der die Atmosphäre der alten venezianischen Residenzen bewahrt.
Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert wird das große ursprüngliche Grundstück allmählich in mehrere Eigentümer aufgeteilt: der Palast auf der Piazza Trento mit seinem eingezäunten Garten, seitliche Gebäude, Broli und der Hauptkern in der Via Garibaldi. Diese Transformation spiegelt die städtische Entwicklung von Este und die Zerschlagung der großen adligen Besitztümer wider.
Heute beeindruckt das, was geblieben ist, durch seine Harmonie: ein gut erhaltenes historisches Garten, eindrucksvolle Aussichten und Details wie die alte unterirdische Eisgrube. Die Villa Sartori Borotto ist somit ein wertvolles Zeugnis der venezianischen Architektur im städtischen Kontext, wo Haus und Garten weiterhin im Gleichgewicht miteinander im Dialog stehen und einen der intimsten und faszinierendsten Winkel im Zentrum von Este bieten.