Die Este-Burg liegt strategisch günstig entlang des altenverlaufs der Etsch, in einem Gebiet, das bereits in der römischen Zeit für den Schnitt wichtiger Kommunikationswege frequentiert war. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einer befestigten Siedlung der Grafen von Este, die mehrmals umkämpft und belagert wurde. Ab 1339, mit den Carraresi, nahm sie die bis heute erkennbare Gestalt an, mit mächtigen Mauern, dem Torre del Soccorso und dem Mastio.
Nach der venezianischen Eroberung von 1405 ist die Burg ohne die Innengebäude, aber mit intakter Mauer. Im 16. Jahrhundert verwandeln die Mocenigo das Gebiet in einen Adelssitz, indem sie einen Palast hinzufügen und die alte Verteidigungsstruktur in einen großen Garten umwandeln.
Heute ist der Park der Burg ein seltenes Beispiel für eine „leere“ Burg, in der die Mauern einen offenen und zugänglichen grünen Raum umschließen. Die Beziehung zur historischen Altstadt ist direkt und inszenatorisch: Der Eingang öffnet sich zur Piazza Maggiore und steht im Dialog mit der Via Matteotti, wodurch eine Kontinuität zwischen Stadt und Garten geschaffen wird.
Im Laufe der Zeit hat das Gebiet Märkte, Messen und öffentliche Aktivitäten beherbergt, sodass es zu einem zentralen Ort des städtischen Lebens geworden ist. Die jüngsten Eingriffe haben sowohl die historische als auch die naturnahe Dimension aufgewertet, indem sie Wege, Veranstaltungen und digitale Hilfsmittel zur Entdeckung des Baumvermögens integriert haben.
Heute ist die Este-Burg sowohl ein Denkmal, ein Stadtpark als auch ein Kulturraum, in dem Geschichte, Landschaft und Gemeinschaft weiterhin miteinander verwoben sind.