Kinder des Süßwassers. Wir verloren den Fluss, wir fanden ihn nicht mehr ist das Buch von Mauro Gambin, veröffentlicht von Tracciati Editore, das erstmals in Este vorgestellt und von Antonio Mazzetti eingeführt wird.
Das Werk stammt aus der Erfahrung einesjenigen, der entlang des Adige aufgewachsen ist, der nicht nur als natürliches Element, sondern als echtes Bildungsinstrument betrachtet wird, das Sprache, Gewohnheiten, Ängste und Identität beeinflussen kann.
Mehr als ein Memoir oder eine einfache territoriale Erzählung reflektiert das Buch darüber, was passiert, wenn eine Landschaft nicht mehr zentral im Leben einer Gemeinschaft ist und fast unsichtbar wird. Der Fluss dient nicht als Hintergrund: Er organisiert das Denken und lässt Erinnerungen, Geschichten und Figuren verbunden mit Wasser und Territorium auftauchen.
Im Zentrum der Reflexion steht das Verhältnis zwischen Landschaft und Kultur. Der Adige hat ein spezifisches Lexikon und ein besonderes Wissen über Wasser hervorgebracht, das durch volkstümliche Begriffe und Definitionen weitergegeben wurde, die halfen, sich in einer sich ständig verändernden Umgebung zurechtzufinden. Die Sprache wird so zu einem Mittel der Erinnerung und kulturellen Überlebens.
Die Personen, die das Buch bevölkern – Fischer, Erfinder, Suchende und marginale Figuren – sind keine individuellen Protagonisten, sondern Verkörperungen einer Lebensweise im Territorium. Der Fluss verwandelt sich in ein menschliches Archiv, das Kindheit, Arbeit, Umweltveränderungen und Spuren der Bauerngesellschaft bewahrt.
Kinder des Süßwassers ist keine nostalgische Erzählung: Es untersucht das allmähliche Auseinanderdriften der Gemeinschaften von ihrer Landschaft und das fragile Band zwischen Erinnerung, Zugehörigkeit und Identität.