In einem Wald schläft eine junge Frau, zusammengekauert in der Wiege, die aus der freigelegten Wurzel eines jahrhundertealten Baumes gebildet wird: Sie trägt ein dunkles Rot, begleitet von einem Falken, der auf ihre Rufe antwortet, kennt Kräuter und Tränke, es wird gesagt, dass sie nicht von ihrer Mutter geboren wurde, sondern von einer Frau, die von weit her kam. Sie heißt Agnes und als Will sie sieht, verliebt er sich sofort in sie. Will ist der junge William Shakespeare, der es schafft, sie zu heiraten, trotz der Feindseligkeit der Familien, und mit ihr drei Kinder zu haben, Susannah und die Zwillinge Judith und Hamnet. Aber eine Trauer trifft sie, als der Dramatiker bereits in London arbeitet, und Hamnet wird zu Hamlet. Basierend auf dem Roman von 2020 von Maggie O’Farrell, erzählt die Geschichte von Agnes (mehr als von William), durchzogen von Magie und Weiblichkeit.
Wie kann man etwas Neues, filmisch betrachtet, über William Shakespeare und sein Hamlet sagen? Chloé Zhao geht von einem Bestseller der irischen Autorin Maggie O’Farrell aus, die die Perspektive der Frau des Barden, Anne Hathaway, einnimmt, um eines der tragischsten Episoden ihres Lebens zu erzählen, nämlich den Tod des Sohnes Hamnet im Alter von nur 11 Jahren. Diese Episode war einerseits ein tiefes Trauma für das Paar, aber sie war auch die Inspirationsquelle für Shakespeares Meisterwerk, auf Englisch Hamlet, das fast den Namen seines verlorenen Kindes trägt (genauer gesagt denselben Namen, wie durch ein Zitat im von Zhao inszenierten und zusammen mit O’Farrell geschriebenen Film angedeutet wird), und das sich mit dem Thema Trauer und dem Verlust der Identität auseinandersetzt, der daraus resultieren kann. Hamlet wurde tatsächlich in der Zeit nach dem Tod des Kindes geschrieben und vier Jahre später im Globe Theatre in London aufgeführt, was Shakespeares Ruf als Dramatiker festigte.
Karten: normal € 7,00 - ermäßigt € 5,00 für unter 12-jährige und über 65-Jährige.