Im historischen Gewebe der Via Matteotti befindet sich eine kleine Kirche, die 1524 als Exvoto für das Ende der Pest erbaut wurde. Ursprünglich parallel zur Straße und mit einem einfachen Glockenturm im Hintergrund, stellte sie ein Gebäude der Volksfrömmigkeit im Herzen des Stadtteils dar.
1762 wurde die Kirche vollständig neu errichtet: Die neue Fassade im klassizistischen Stil wurde gegenüber der Front der Arkaden zurückversetzt, wodurch ein kleiner urbaner Raum geschaffen wurde, der bis heute wahrnehmbar ist. Dieser Raum bringt eine Pause in die Kontinuität der Straße und interagiert mit dem umliegenden Kontext, der historisch auch nahe dem Gebiet der ehemaligen jüdischen Gasse liegt.
Der Glockenturm wurde aufgegriffen und umgestaltet, mit einem schlankeren Spitz, der seine Sichtbarkeit in der Stadtlandschaft erhöht, wodurch er ein erkennbares, aber dezentes Element der Stadtsilhouette wird.
In der napoleonischen Zeit entweiht, hat die Kirche verschiedene Nutzungsänderungen erfahren. Heute ist sie ein multifunktionaler Kulturraum, der Ausstellungen, Veranstaltungen und künstlerische Aktivitäten beherbergt und zu einem Bezugspunkt für das kreative Leben der Stadt geworden ist.
Dieses kleine Gebäude erzählt somit eine lange Geschichte der Anpassung: vom Ort des Gottesdienstes zum zeitgenössischen Raum, bewahrt es das Gedächtnis der Vergangenheit und beteiligt sich gleichzeitig aktiv am kulturellen Leben von Este, in einem ständigen Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart.