Die Keramikerzeugung von Este hat sehr alte Ursprünge, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen, wie die Funde im Nationalarchäologischen Museum Atestino belegen, das im Palazzo Mocenigo untergebracht ist. Die Verfügbarkeit von Ton, Wasser und Holz, zusammen mit dem Netzwerk der Kanäle zur venezianischen Lagune, hat im Laufe der Jahrhunderte die kontinuierliche Entwicklung dieser handwerklichen und kommerziellen Tätigkeit gefördert.
In der historischen Epoche wird die Keramik zu einer stabilen Tradition, die sowohl für den lokalen Verbrauch als auch für einen umfangreicheren Markt bestimmt ist. Im 18. Jahrhundert zeichnet sich die Manufaktur Franchini, in der Nähe der Giromettabrücke, aus, die raffinierte Irdenware in elfenbeinfarbener Farbe produziert, die auch für den Export sehr gefragt ist.
Im 20. Jahrhundert wird dieses Erbe von Giovanni Battista Giorgini wiederentdeckt und neu belebt, der 1955 die alte Manufaktur im historischen Zentrum erwirbt. Er erkennt den Wert der lokalen Tradition, holt alte Formen zurück, involviert Handwerker und initiiert Kooperationen mit Designern und der Modewelt, wodurch die Atestiner Keramik international bekannt wird.
Die anschließende Führung durch die Familie Fadigati setzt diesen Weg fort, indem sie handwerkliche Verarbeitung und industrielle Innovation verbindet, mit großer Aufmerksamkeit für die Qualität der Materialien und die stilistische Kontinuität. Ausstellungen und kulturelle Aktivitäten stärken die Verbindung zwischen der Stadt und ihrer keramischen Berufung.
Heute repräsentiert die Keramik von Este ein lebendiges Erbe, das Archäologie, handwerkliche Tradition und zeitgenössisches Design vereint und eine direkte Beziehung zwischen Produktion, Geschichte und Identität des Gebiets aufrechterhält.