Im Zentrum von Schiavonia d’Este steht die Kirche der Geburt der seligen Jungfrau Maria, ein Ort, der über sieben Jahrhunderte Geschichte, Glauben und gemeinschaftliche Identität erzählt. Der Toponym “Sclavonie” taucht erstmals in einem Dokument aus dem Jahr 1227 auf, während nach 1300 ein kleines Kloster, das mit der Pfarrei von Solesino verbunden war, gegründet wurde, von dem bis heute die eindrucksvolle “Fratina” (eine alte kleine Kirche) erhalten geblieben ist.
Das heutige Gebäude wurde 1440 auf Initiative des edlen Este Francesco Dalismano erbaut, der die Kosten trug und für den Unterhalt sorgte. In den folgenden Jahrhunderten war die Kirche Protagonist von vermögensrechtlichen und religiösen Ereignissen, die venezianische Adelige und die lokale Bevölkerung einbezogen, bis sie 1814 offiziell zur Pfarrkirche wurde.
Weihe 1752 durch Kardinal Carlo Rezzonico wurde die Kirche schrittweise erweitert und bereichert. Zu den bedeutendsten Eingriffen zählen der Bau der Sakristei im Jahr 1798, die Erneuerung des Marmorfußbodens im 19. Jahrhundert und die Restaurierung des Glockenturms, der 1849 seine heutliche Form annahm.
Das Gebäude zeigt eine bescheidene venezianische Eleganz: ein einziger Raum, gegliedert durch dorische Pilaster, fünf historische Altäre und eine Decke, die 1804 vom Maler Carlo Bevilacqua dekoriert wurde. Die barocke Fassade, verziert mit Lisenen, einem großen Fenster und Spitzen, stellt eines der charakteristischsten architektonischen Elemente des Dorfes dar.
Heute stellt die Kirche ein wertvolles historisches, künstlerisches und spirituelles Erbe dar, das die Erinnerung an Schiavonia und seine Gemeinschaft bewahrt.