In der urbanen Landschaft von Este, knapp außerhalb des historischen Zentrums, befindet sich ein barocker Sanctuary aus dem 17. Jahrhundert, das auch heute noch einen starken visuellen und spirituellen Bezugspunkt darstellt. Sein Ursprung ist mit der Volksfrömmigkeit um ein als wundersam angesehenes heiliges Bild verbunden, das auf einem Pfeiler gemalt ist und die Gemeinde dazu drängte, eine der Jungfrau Maria gewidmete Kirche zu bauen.
Dank einer außergewöhnlichen kollektiven Mobilisierung wurde das Gebäude in rekordverdächtiger Zeit zwischen 1639 und 1641 errichtet, trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Planänderungen. So entstand ein Sanctuary mit einer originellen Form, das von Anfang an als ein erkennbares Zeichen im Gebiet konzipiert wurde.
Das Gebäude hat eine oktagonale Grundform und zeichnet sich durch seine 360-Grad-Lesbarkeit, das Fehlen einer dominierenden Fassade und das kompakte Volumen aus, das als leuchtende Präsenz in der Landschaft emporsteigt. Das Weiß des Putzes und die beiden schlanken, oktagonalen Zwillingsglockentürme mit hochgezogenen Spitzen verstärken den urbanen Landmark-Effekt. Kein Wunder, dass es immer „die Madonna di fuora“ genannt wurde, aufgrund seiner Lage jenseits der alten Mauern.
Isoliert, aber allmählich in das Wachstum der Stadt integriert, ist das Sanctuary auch zur Kulisse wichtiger Verkehrsachsen geworden. Das Innere, streng und geometrisch, erinnert an Renaissancevorbilder, während der barocke Malzyklus von Antonio Zanchi und Antonio Fumiani den Raum mit intensiven und theatralischen Werken bereichert, die von den Votivgaben der Gläubigen begleitet werden.
Heute vereint das Sanctuary architektonischen, künstlerischen und devotinalen Wert und erzählt die Geschichte einer Gemeinschaft, die es verstanden hat, den Glauben in ein gemeinsames urbanes Erbe zu verwandeln.